
03.11.2026 ● JOBS.DE
Weihnachtsgeld 2026: Wer es bekommt, wie viel und was netto bleibt
Einen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt es nicht. Du bekommst es, wenn dein Tarifvertrag, dein Arbeitsvertrag oder eine Betriebsvereinbarung es vorsieht, oder wenn dein Arbeitgeber es der Belegschaft mindestens dreimal hintereinander ohne Vorbehalt gezahlt hat. Ausgezahlt wird es meist im November. Netto bleibt davon gut die Hälfte.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das Wort "freiwillig" auf der Lohnabrechnung schließt einen Anspruch allein nicht aus (BAG, 10 AZR 116/22).
- 51 % aller Beschäftigten bekommen Weihnachtsgeld, mit Tarifvertrag 77 %, ohne 41 % (WSI, Umfrage 2025).
- Im öffentlichen Dienst steigt die Jahressonderzahlung 2026: bei den Kommunen auf einheitlich 85 % eines Monatsentgelts, beim Bund auf 75 bis 95 %.
- Weihnachtsgeld wird voll versteuert und verbeitragt. Von 1.000 Euro bleiben bei 2.500 bis 5.000 Euro Monatsbrutto 511 bis 577 Euro (ledig, kinderlos, Steuerklasse I, eigene Rechnung).
- Kündigst du, entfällt der Anspruch nicht automatisch. Eine Klausel "nur bei ungekündigtem Arbeitsverhältnis am 31.12." ist im Arbeitsvertrag regelmäßig unwirksam, wenn das Geld auch deine Arbeit bezahlt (BAG).
Hast du Anspruch auf Weihnachtsgeld?
Du hast Anspruch, wenn eine dieser vier Grundlagen greift. Fehlt alles davon, entscheidet dein Arbeitgeber frei.
| Grundlage | Woran du sie erkennst |
|---|---|
| Tarifvertrag | Dein Arbeitgeber ist tarifgebunden oder dein Vertrag verweist auf einen Tarifvertrag, etwa TVöD oder TV-L. Dort steht Weihnachtsgeld oft als "Jahressonderzahlung". |
| Arbeitsvertrag | Ein Betrag oder Prozentsatz ist ausdrücklich zugesagt. |
| Betriebsvereinbarung | Arbeitgeber und Betriebsrat haben die Zahlung für den Betrieb geregelt. |
| Betriebliche Übung | Der Arbeitgeber hat der Belegschaft mindestens dreimal hintereinander ohne Vorbehalt Weihnachtsgeld gezahlt. |
Die Dreimal-Regel: Zahlt ein Arbeitgeber jährlich allen Beschäftigten eine Gratifikation und behält sich dabei nicht vor, ob er künftig zahlt, wird sie nach der dritten Zahlung in der Regel verbindlich, außer besondere Umstände sprechen dagegen (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 25.01.2023, 10 AZR 116/22). In diesem Fall stand in der Lohnabrechnung "freiw. Weihnachtsgeld". Das BAG hat entschieden, dass dieser Zusatz allein den Anspruch nicht ausschließt. Ein pauschaler Freiwilligkeitsvorbehalt im Arbeitsvertrag, der alle künftigen Leistungen erfasst, ist ebenfalls unwirksam (BAG, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 526/10).
Teilzeit: Bekommen Vollzeitkräfte Weihnachtsgeld, steht dir in Teilzeit mindestens der Anteil zu, der deiner Arbeitszeit entspricht (§ 4 Abs. 1 TzBfG). Wer 20 von 40 Stunden arbeitet, bekommt also mindestens die Hälfte.
Wie viel Weihnachtsgeld ist üblich?
Tarifliches Weihnachtsgeld reicht laut WSI von 250 Euro in der Landwirtschaft Bayern bis 4.235 Euro in der Chemischen Industrie Nordrhein, eine gesetzliche Höhe gibt es nicht. Das WSI-Tarifarchiv hat 23 größere Branchen ausgewertet, die Werte gelten für mittlere Entgeltgruppen in der Endstufe (Stand 2025):
| Tarifbranche | Weihnachtsgeld 2025 |
|---|---|
| Chemische Industrie Nordrhein | 4.235 Euro |
| Energieversorgung Nordrhein-Westfalen | 4.113 Euro |
| Süßwarenindustrie Baden-Württemberg | 3.900 Euro |
| Textilindustrie Westfalen und Osnabrück | 3.751 Euro |
| Privates Bankgewerbe | 3.719 Euro |
| Deutsche Bahn | 3.399 Euro |
| Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern | 275 Euro |
| Landwirtschaft Bayern | 250 Euro |
| Gebäudereinigungshandwerk, Floristik | kein Weihnachtsgeld |
Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, WSI-Tarifarchiv, Pressemitteilung vom 05.11.2025.
Ein volles 13. Monatsgehalt zahlen laut WSI unter anderem die Chemische Industrie, die Süßwarenindustrie, die Deutsche Bahn und das private Bankgewerbe. In der Eisen- und Stahlindustrie sind es 110 % eines Monatsentgelts, dort sind Weihnachts- und Urlaubsgeld zusammengelegt. In den meisten Tarifverträgen ist das Weihnachtsgeld ein Prozentsatz vom Monatsentgelt. Steigen die Tarifgehälter, steigt es mit.
Die Quote von 51 % stammt aus einer Online-Umfrage von Lohnspiegel.de unter 58.119 Beschäftigten (Oktober 2024 bis September 2025). Sie ist nicht repräsentativ, zeigt aber die Unterschiede: Männer 54 %, Frauen 48 %, Westdeutschland 53 %, Ostdeutschland 41 %, Vollzeit 53 %, Teilzeit 46 %.
Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst 2026
Die Jahressonderzahlung, wie das Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst heißt, steigt 2026 bei den Kommunen auf 85 % und beim Bund auf 75 bis 95 % eines Monatsentgelts, in den Ländern bleibt sie bei 32,53 bis 88,14 %. Anspruch hat, wer am 1. Dezember im Arbeitsverhältnis steht, ausgezahlt wird mit dem Novembergehalt (§ 20 Abs. 1 und 5 TV-L).
| Tarifvertrag | Entgeltgruppe | Jahressonderzahlung 2026 |
|---|---|---|
| TVöD Kommunen (VKA) | alle | 85 % |
| TVöD Bund | 1 bis 8 | 95 % (bisher 90 %) |
| TVöD Bund | 9a bis 12 | 90 % (bisher 80 %) |
| TVöD Bund | 13 bis 15 | 75 % (bisher 60 %) |
| TV-L Länder (ohne Hessen) | 1 bis 4 / 5 bis 8 | 87,43 % / 88,14 % |
| TV-L Länder (ohne Hessen) | 9a bis 11 / 12 und 13 / 14 und 15 | 74,35 % / 46,47 % / 32,53 % |
Quellen: GdP-Tarifinfo 6/2025 vom 11.04.2025 (FAQ zur Tarifeinigung TVöD 2025), § 20 TV-L in der ab 01.07.2026 geltenden Fassung.
So rechnest du: Grundlage ist das durchschnittliche Monatsentgelt aus Juli, August und September, ohne Überstunden und Leistungszulagen (§ 20 Abs. 3 TV-L). Bei 3.500 Euro sind das im TV-L in Entgeltgruppe 9a bis 11 (74,35 %) 2.602,25 Euro brutto. Für jeden Monat im Jahr ohne Anspruch auf Entgelt sinkt der Betrag um ein Zwölftel (§ 20 Abs. 4 TV-L).
Zeit statt Geld: Nach der Tarifeinigung 2025 können Beschäftigte im TVöD einen Teil der Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage tauschen (GdP-Tarifinfo 6/2025). Ob das für deinen Bereich gilt und bis wann du den Antrag stellen musst, sagt dir die Personalabteilung.
Was vom Weihnachtsgeld netto bleibt
Von 1.000 Euro Weihnachtsgeld bleiben dir bei 2.500 bis 5.000 Euro Monatsbrutto 511 bis 577 Euro, denn es ist steuer- und beitragspflichtig wie dein Gehalt. Der Arbeitgeber zieht die Lohnsteuer als "sonstigen Bezug" ab: Er rechnet die Jahreslohnsteuer einmal mit und einmal ohne das Weihnachtsgeld, die Differenz wird einbehalten (§ 39b Abs. 3 EStG). Dazu kommen die Sozialabgaben, für dich 2026 zusammen rund 21,75 %, wenn du kinderlos bist.
| Monatsbrutto | Lohnsteuer auf 1.000 Euro | Sozialabgaben | Netto von 1.000 Euro |
|---|---|---|---|
| 2.500 Euro | 206 Euro | 217,50 Euro | 576,50 Euro |
| 3.500 Euro | 232 Euro | 217,50 Euro | 550,50 Euro |
| 5.000 Euro | 272 Euro | 217,50 Euro | 510,50 Euro |
So ist gerechnet: ledig, Steuerklasse I, kinderlos, keine Kirchensteuer, gesetzlich versichert mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 %, Gehalt unter den Beitragsbemessungsgrenzen. Lohnsteuer nach § 39b Abs. 3 und § 32a EStG (Tarif 2026), Sozialabgaben mit den Arbeitnehmeranteilen 2026: Krankenversicherung 8,75 %, Pflege 2,4 %, Rente 9,3 %, Arbeitslosenversicherung 1,3 %. Ein Solidaritätszuschlag fällt in allen drei Fällen nicht an (§ 3 SolZG). Eigene Rechnung JOBS.DE, Rundungen der Lohnabrechnung können um wenige Euro abweichen.
Warum bei höherem Gehalt weniger bleibt: Das Weihnachtsgeld wird mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz besteuert, also mit dem Satz auf den letzten verdienten Euro. Der steigt mit dem Einkommen. Mit Kind zahlst du in der Pflegeversicherung 1,8 statt 2,4 %, dir bleiben dann 3 bis 4 Euro mehr pro 1.000 Euro.
Volles 13. Gehalt: Bei 3.500 Euro Monatsbrutto bleiben nach derselben Rechnung von 3.500 Euro Weihnachtsgeld 1.915,75 Euro, das sind 54,7 %.
Für deine eigenen Werte nutze den Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums.
Kündigung, Krankheit, Elternzeit: Was dann gilt
Ein Stichtag im Tarifvertrag gilt, eine Stichtagsklausel im Arbeitsvertrag ist regelmäßig unwirksam, wenn das Weihnachtsgeld auch deine Arbeit bezahlt. Bei Krankheit braucht der Arbeitgeber für eine Kürzung in der Regel eine Vereinbarung. Entscheidend ist jeweils, was vereinbart ist und wofür das Geld gezahlt wird.
| Situation | Was gilt | Grundlage |
|---|---|---|
| Du kündigst oder wirst gekündigt, Klausel "nur bei ungekündigtem Arbeitsverhältnis am 31.12." im Arbeitsvertrag | Bezahlt das Weihnachtsgeld auch deine Arbeit im Jahr, ist die Klausel regelmäßig unwirksam. Im entschiedenen Fall bekam ein Beschäftigter nach Kündigung zum 30.09. noch 9/12. | BAG 13.11.2013, 10 AZR 848/12 |
| Tarifvertrag mit Stichtag im Jahr, etwa 1. Dezember | Zulässig. Wer am Stichtag nicht mehr beschäftigt ist, bekommt nichts, außer der Tarifvertrag sieht eine Ausnahme vor (im TV-L etwa bei Altersteilzeit, § 20 Abs. 6). | BAG 10 AZR 848/12, Rn. 35; § 20 Abs. 1 TV-L |
| Rückzahlungsklausel nach Auszahlung | Nur wirksam, wenn vereinbart. Für eine Weihnachtsgratifikation unter einem Monatsgehalt hat das BAG 1993 entschieden: Die Klausel darf dich höchstens bis 31. März des Folgejahres binden. Scheidest du am 31. März oder später aus, musst du nichts zurückzahlen. Längere Bindung nur bei einem vollen Monatsgehalt. | BAG 10.06.1993, 10 AZR 529/92 |
| Lange krank, Weihnachtsgeld belohnt nicht nur die Arbeit (etwa auch die Betriebstreue) | Ohne Kürzungsvereinbarung darf der Arbeitgeber nicht kürzen, im entschiedenen Fall auch nicht nach drei Jahren Krankheit. Ist unklar, wofür das Geld gezahlt wird, geht das zulasten des Arbeitgebers. Ist eine Kürzung vereinbart, höchstens um ein Viertel des Arbeitsentgelts, das im Jahresdurchschnitt auf einen Arbeitstag entfällt, je Krankheitstag. | BAG 25.01.2023, 10 AZR 116/22, Rn. 18, 33 bis 37; § 4a EFZG |
| Weihnachtsgeld ist ausdrücklich reines Entgelt für geleistete Arbeit | Für Zeiten ohne Lohnfortzahlung, etwa im Krankengeldbezug, entsteht kein Anspruch. | BAG 10 AZR 116/22, Rn. 34 |
| Elternzeit oder lange Krankheit, TV-L | Je Monat ohne Entgelt ein Zwölftel weniger. Keine Kürzung für Mutterschutz-Beschäftigungsverbote und für Elternzeit bis zum Ende des Geburtsjahres, wenn du am Tag davor Anspruch auf Entgelt oder Zuschuss zum Mutterschaftsgeld hattest. Monate mit Krankengeldzuschuss kürzen ebenfalls nicht. | § 20 Abs. 4 TV-L |
| Elternzeit, sonst | Es gilt die Regel in Tarif- oder Arbeitsvertrag. Steht dort nichts, kommt es darauf an, wofür das Geld gezahlt wird (siehe Zeilen oben). | sinngemäß nach BAG 10 AZR 116/22, Rn. 34 und 37 (Urteil zu Krankheit) |
Vor der Kündigung: Lies die Klausel zu Sonderzahlungen in deinem Vertrag und rechne aus, ob eine Kündigung zum 31. März statt zum 28. Februar das Weihnachtsgeld sichert.
Weihnachtsgeld im Minijob
Auch im Minijob kannst du Weihnachtsgeld bekommen, es zählt aber zu deinem Verdienst. 2026 darfst du im Schnitt 603 Euro im Monat verdienen, im Jahr 7.236 Euro (Minijob-Zentrale). Ist das Weihnachtsgeld im Vertrag jedes Jahr zugesagt, muss der Arbeitgeber es von Anfang an einrechnen.
- Unter der Grenze: 200 Euro im Monat plus 400 Euro Weihnachtsgeld ergeben 2.800 Euro im Jahr, im Schnitt 233,33 Euro. Der Minijob bleibt.
- An der Grenze: 603 Euro im Monat plus 900 Euro Weihnachtsgeld ergeben 8.136 Euro im Jahr, im Schnitt 678 Euro. Dann ist es von Beginn an kein Minijob, sondern ein sozialversicherungspflichtiger Midijob.
- Einmalige Prämie: Zahlt der Arbeitgeber ausnahmsweise etwas, etwa nach einem guten Geschäftsjahr, bleibt der Minijob bestehen, solange du im Auszahlungsmonat insgesamt höchstens 1.206 Euro bekommst und sich die Zahlung nicht jedes Jahr wiederholt.
- Gleichbehandlung: Ein Minijob ist Teilzeit. Bekommen die anderen Beschäftigten Weihnachtsgeld, darf der Arbeitgeber dich nicht allein wegen der geringeren Stunden ausschließen (§ 2 Abs. 2 und § 4 Abs. 1 TzBfG).
Ab dem 1. Januar 2027 steigt die Grenze auf 633 Euro im Monat (Minijob-Zentrale, 07.10.2026). Was das für einen Minijob neben dem Hauptjob heißt, steht in Steuern beim Zweitjob: Steuerklasse 6 oder Minijob?.
Woran du bei der Jobsuche erkennst, ob es Weihnachtsgeld gibt
Achte zuerst auf die Tarifbindung, sie macht laut WSI den größten Unterschied (77 % gegen 41 %). Nur 49 % der Beschäftigten arbeiteten 2024 in tarifgebundenen Betrieben (IAB, zitiert vom WSI). Drei Schritte:
- In der Stellenanzeige suchen: Begriffe wie "Vergütung nach TVöD", "TV-L", "nach Tarif", "Jahressonderzahlung", "13. Monatsgehalt" oder "Weihnachtsgeld". "Attraktive Vergütung" sagt darüber nichts. Tarifliche Stellen findest du zum Beispiel unter Jobs im öffentlichen Dienst.
- Im Gespräch fragen: "Ist eine Sonderzahlung vertraglich vereinbart oder freiwillig?" Nur eine Zusage in Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung gibt dir ab dem ersten Jahr einen Anspruch.
- Jahresgehalt vergleichen, nicht Monatsgehalt: 3.300 Euro mit vollem 13. Gehalt sind 42.900 Euro im Jahr, 3.500 Euro ohne Sonderzahlung 42.000 Euro.
Wie dein Stundenlohn im Vergleich dasteht, zeigt Stundenlohn in Deutschland: Durchschnitt, Median und Mindestlohn 2027. Weitere Ratgeber zu Gehalt und Job: Karriere & Arbeitswelt.
Fazit
Schau heute in deinen Arbeits- oder Tarifvertrag und in die Lohnabrechnungen der letzten drei Jahre: Steht dort eine Zusage, oder hat dein Arbeitgeber der Belegschaft dreimal hintereinander ohne Vorbehalt Weihnachtsgeld gezahlt, hast du in der Regel einen Anspruch. Das Wort "freiwillig" auf der Abrechnung schließt ihn allein nicht aus.
Häufige Fragen zu Weihnachtsgeld
Wann wird Weihnachtsgeld ausgezahlt?
Das steht in deinem Tarif- oder Arbeitsvertrag, meist im November (WSI). Im öffentlichen Dienst wird die Jahressonderzahlung mit dem Entgelt für November gezahlt (§ 20 Abs. 5 TV-L).
Ist der Arbeitgeber verpflichtet, Weihnachtsgeld zu zahlen?
Nur, wenn Tarifvertrag, Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder betriebliche Übung es vorsehen. Ein Gesetz, das Weihnachtsgeld vorschreibt, gibt es nicht.
Ist Weihnachtsgeld steuerfrei?
Nein. Es ist Arbeitslohn und wird als sonstiger Bezug versteuert (§ 39b Abs. 3 EStG), Sozialabgaben fallen ebenfalls an. Lohnsteuerfrei bleiben in der Regel ein Sachgeschenk bis 50 Euro und die Weihnachtsfeier bis 110 Euro pro Person (für bis zu zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr), beides ist kein Weihnachtsgeld (Minijob-Zentrale).
Bekommen Empfänger von Bürgergeld Weihnachtsgeld?
Vom Jobcenter gibt es kein Weihnachtsgeld: Das Grundsicherungsgeld umfasst Regelbedarf, Mehrbedarfe sowie Unterkunft und Heizung (§ 19 Abs. 1 SGB II). Bekommst du als Aufstocker Weihnachtsgeld von deinem Arbeitgeber, zählt es als Einkommen in dem Monat, in dem es auf deinem Konto eingeht (§ 11 Abs. 2 SGB II). Grundsicherungsgeld ist der neue Name für das Bürgergeld.
Ist Weihnachtsgeld pfändbar?
Teilweise. Unpfändbar ist Weihnachtsgeld bis zur Hälfte des monatlichen Pfändungsfreibetrags, aufgerundet auf volle 10 Euro (§ 850a Nr. 4 ZPO). Der Rest kann gepfändet werden.
Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: 03.11.2026. Bei Fragen zu deinem Fall helfen Gewerkschaft, Betriebsrat, eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Quellen
- Hans-Böckler-Stiftung, WSI-Tarifarchiv: 51 Prozent aller Beschäftigten bekommen Weihnachtsgeld, mit Tarifvertrag 77 Prozent (05.11.2025)
- Gewerkschaft der Polizei: Tarifinfo 6/2025, FAQ zur Tarifeinigung TVöD 2025 (11.04.2025)
- § 20 TV-L Jahressonderzahlung, Fassung ab 01.07.2026
- Bundesarbeitsgericht: Urteil vom 25.01.2023, 10 AZR 116/22; Urteil vom 13.11.2013, 10 AZR 848/12; Urteil vom 10.06.1993, 10 AZR 529/92; Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 526/10 (zitiert in 10 AZR 848/12, Rn. 39)
- Gesetze: § 32a EStG, § 39b EStG, § 3 SolZG, § 2 und § 4 TzBfG, § 4a EFZG, § 850a ZPO, § 11 und § 19 SGB II, abgerufen 03.11.2026
- Minijob-Zentrale: Weihnachtsgeld im Minijob, Weihnachtsfeiern und Geschenke (aktualisiert 20.02.2026); Minijob 2027: Verdienstgrenze und Mindestlohn steigen (07.10.2026)
- Techniker Krankenkasse: Beitragssätze in der Sozialversicherung 2026
- Netto-Tabelle: eigene Rechnung JOBS.DE nach § 39b Abs. 3 und § 32a EStG (Tarif 2026)










