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Das-Vorstellungsgespräch

23.01.2026 Jobs.de

Praxisserie: Das Vorstellungsgespräch – Clevere Antworten auf Standardfragen

Hilfe, ein Bewerbungsgespräch! Jetzt bloß nichts Falsches sagen. Der Puls geht hoch, im Magen wird flau und das Augenlid fängt an, nervös zu zucken. Warum nur? Schließlich sind Sie zu einem VorstellungsGESPRÄCH eingeladen, nicht zu einem Verhör. Man will Sie kennenlernen nicht mehr und nicht weniger. Und das Beste: Sie wissen schon vorher, was man Sie fragen wird… Der körperliche und seelische Zustand vieler Bewerber vor einem Vorstellungsgespräch kommt einer akuten Prüfungsangst gleich. Wer die eindeutig richtigen Antworten auf die zweideutigen Fragen der Personaler nicht aus dem FF beherrscht, kann den Job vergessen; so die Panik generierenden Vorurteile. Wer sich derart unter Druck setzen lässt, wird im Gespräch nicht überzeugend sein. Denn Personalern geht es nicht nur darum, was der Bewerber antwortet, sondern auch wie er sich verhält. Mit gezielten Fragen werden die sogenannten Soft Skills überprüft: Kommunikationsgeschick, Stressresistenz, Belastbarkeit usw. Sie spüren schon wieder einen leichten Anflug von Panik? Nicht nötig, Sie können sich ja in Ruhe auf die Fragen Ihres zukünftigen Arbeitgebers vorbereiten. Was nicht heißt, dass Sie alle Antworten aus sämtlichen Bewerbungsratgebern auswendig lernen sollen. Authentizität und Ehrlichkeit kommen besser an als frisierte Standardantworten. Wer aber gedankenlos alles erzählt, was ihm spontan in den Sinn kommt, verbaut sich unter Umständen Karrierechancen. Diplomatie und Umsichtigkeit sind daher im Bewerbungsgespräch von Vorteil. Und weil Ihnen die ideale (weil authentisch-ehrliche und diplomatisch-umsichtige) Antwort nicht immer auf Knopfdruck einfällt, haben wir für Sie einige der typischen Fragen in Bewerbungsgesprächen gesammelt, um Ihnen die Vorbereitung zu erleichtern:

„Erzählen Sie doch mal ein bisschen von sich!“

Der klassische Einstieg in ein Bewerbungsgespräch: Ihr Stammbaum mütterlicherseits interessiert jetzt niemanden, also bitte keine weitschweifigen Erzählungen. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und beschränken Sie sich auf wichtige Kernpunkte, von denen Sie glauben, dass sie für Ihre Einstellung von Bedeutung sind. Hier bietet sich beispielsweise die Möglichkeit, auf eventuelle Lücken oder Ungereimtheiten im Lebenslauf einzugehen. Wer also beispielsweise nach dem Studium oder Berufsabschluss einen anderen Weg eingeschlagen hat als ursprünglich geplant, sollte diese Frage nutzen und aktiv seine Beweggründe darlegen, um später nicht in die Defensive zu geraten. Denn solche Fragen sind ohnehin unvermeidlich.

„Warum haben Sie sich bei uns beworben?“

Jetzt sollten Sie zeigen können, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und sich ausführlich über das Unternehmen informiert haben. Stellen Sie bei Ihrer Antwort nicht nur die Stärken des Unternehmens heraus, sondern zeigen Sie ebenso Parallelen zu Ihrer Person auf.

„Warum möchten Sie den Job wechseln?“

Antworten Sie auf diese Frage lieber diplomatisch als unverblümt ehrlich. Man möchte nämlich herausfinden, ob Sie sich gegenüber Ihrem ehemaligen Arbeitgeber illoyal verhalten und ihm in den Rücken fallen, indem Sie Kritik an ihm üben. Bleiben Sie also respektvoll und erklären Sie, dass Sie eine Stelle mit mehr Verantwortung und neuen Aufgaben suchen, bei denen Sie Ihr Potenzial besser ausschöpfen können. Übrigens: Ein höheres Gehalt als Motivation anzugeben ist nicht von Vorteil.

„Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbern?“

Oder: „Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“ Keine Sorge, der Personaler weiß um Ihre Qualifikationen, sonst säßen Sie ihm jetzt nicht gegenüber. Mit dieser sogenannten „Stressfrage“ will er herausfinden, wie Sie in Situationen besonderer Belastung reagieren. Zeigen Sie Kommunikationsstärke: Da Sie die anderen Bewerber nun mal nicht kennen, weisen Sie ruhig und präzise auf die eigene Qualifikation hin und erläutern Sie Ihre Eignung für die Stelle. Tipp: Wenn Sie sich im Vorfeld eine einfache Tabelle erstellen, in der sie die wichtigsten Anforderungspunkte der Stellenausschreibung den einzelnen persönlichen Kompetenzen gegenüberstellen, fällt Ihnen die Antwort leichter.

„Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?“

Jetzt sollten Sie keinesfalls schüchtern herumstöpseln. Informieren Sie sich bereits vor dem Gespräch über das branchenübliche Gehalt für die ausgeschriebene Stelle. Pokern Sie nicht zu hoch und zeigen Sie sich verhandlungsbereit. Auch Alternativen zur finanziellen Entlohnung wie zum Beispiel Weiterbildungsmaßnahmen, ein Firmenwagen oder andere geldwerte

Sachleistungen sollten Sie in Erwägung ziehen

„Haben Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben?“
„Ja, aber das hat leider nicht geklappt“, sollten Sie an dieser Stelle nicht antworten. Denn dann kann der Arbeitgeber Ihr ernsthaftes Interesse an dem neuen Job in Frage stellen. Gibt es aber aktuell noch ein weiteres Unternehmen, das ebenfalls Ihren Vorstellungen entspricht, dann können Sie das durchaus erwähnen.

„Welche Fragen haben Sie an uns?“

Hoppla, jetzt sind Sie dran?! Am Ende des Bewerbungsgespräches tauscht der Interviewer gern die Rollen. Stellen Sie keine Fragen, deren Antwort Sie eigentlich wissen müssten, weil darüber bereits gesprochen wurde oder deren Antwort im Vorfeld leicht zu recherchieren gewesen wäre. Besser Sie stellen Fragen in Bezug auf die zu besetzende Position: Wurde die Stelle neu geschaffen oder wie lange gibt es diese schon in ihrem Unternehmen? Wer war zuvor dort tätig und warum musste sie/er aufhören? Welche Fort- und Weiterbildungen werden angeboten? Wer sind meine unmittelbaren Vorgesetzten und Kollegen?

Unzulässige Fragen

Lassen Sie sich nicht einschüchtern: Direkte Fragen nach privaten Plänen wie Heirat oder Kinderwunsch, Krankheit oder Behinderung, Beruf des Lebenspartners oder Vereins-, Partei- oder Religionszugehörigkeit sind verboten und müssen nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden. Die Antworten ließen sich ohnehin nur schwer überprüfen.

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