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28.01.2026 Jobs.de

Jobwechsel aus der Festanstellung: Chancen und Risiken

Bei andauernder Unzufriedenheit im Job schaut man sich gern die Karrieremöglichkeiten anderer Arbeitgeber an. Eine Bewerbung aus der Festanstellung heraus ist in der Tat Erfolg versprechend, birgt aber auch bestimmte Risiken. Hier erfahren Sie, wie Sie für sich das Beste aus der Jobsuche herausholen, wenn Sie noch einen festen Job haben. Zunächst einmal die gute Nachricht: Für Arbeitgeber sind Sie als Bewerber weitaus interessanter und attraktiver, wenn Sie sich noch in einer ungekündigten Position befinden. Das hat gleich mehrere Gründe. „Wenn Sie gerade genau das oder etwas Ähnliches machen, was ein Arbeitgeber sucht, dann ist das Risiko eines Fehlgriffes für ihn geringer; sagt die Karriereberaterin Doris Brenner. „Dazu gibt es noch einen recht trivialen Grund fügt sie hinzu. „Wenn jemand länger arbeitslos ist, ist für den Arbeitgeber immer fraglich, ob und wie schnell dieser sich als Arbeitnehmer in den täglichen Arbeitsrhythmus einfindet. Das Risiko besteht bei einem Bewerber aus einem festen Arbeitsverhältnis nicht. Als Jobsuchender haben Sie also größte Erfolgschancen bei Ihrer Bewerbung, wenn Sie noch in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stecken, das bestätigt auch Doris Brenner aus ihrer Erfahrung in der Karriereberatung. Aber wie geht man bei der Jobsuche vor, wenn einem nicht gerade einfach so ein Angebot ins Haus flattert?

Gezielte Jobsuche über bestehende Kontakte

„In der Praxis hat sich gezeigt, dass die meisten Leute, die in einem Arbeitsverhältnis sind, ihren neuen Job über bestehende Kontakte und Netzwerke finden“, so Doris Brenner und sie erklärt: „Wenn man Sie bereits kennt oder Sie empfohlen wurden, ist das Risiko für beide Seiten geringer oder zumindest besser kalkulierbar. Häufig geht der Wechsel dann sogar recht schnell, da Sie so für den potenziellen Arbeitgeber interessanter sind als andere Bewerber.“ Zur Vorgehensweise bei der Jobsuche empfiehlt die Karriereexpertin: „Überlegen Sie sich erst, was Sie anzubieten haben samt Ihrer Kenntnisse und Erfahrungen. Dann fragen Sie sich, was Ihnen besonders wichtig ist für den nächsten Karriereschritt. Schauen Sie anschließend, wo sich aus dem bestehenden Kontext Anknüpfungspunkte ergeben.“

Kontakte über Personalberater herstellen

Wenn Sie noch in einer Festanstellung stecken, ist es zudem wichtig eine dezente und wenig offensive Strategie bei der Jobsuche zu fahren. Chef, Kollegen und Kunden müssen ja nicht unbedingt Wind von Ihren Bemühungen bekommen. Sie können also neben Ihrem Netzwerk auch gezielt Personalberater kontaktieren, die in Ihrer Branche tätig sind, oder Sie gehen verstärkt auf Fachmessen, immer mit der Frage im Hinterkopf, wohin Sie sich beruflich entwickeln wollen. „Ein Headhunter würde bei einem passenden Unternehmen mit Ihnen als Kandidat zunächst vorfühlen, ohne Ihren Namen zu nennen“, erklärt Karriereexpertin Brenner. „So bleibt Ihre Jobsuche zunächst auch vor potenziellen Kunden oder Geschäftspartnern geheim. Erst wenn ein Arbeitgeber Sie kennenlernen möchte, dann outen Sie sich. Andersherum ist auch die Chance größer, direkt von einem Headhunter kontaktiert zu werden, wenn Sie noch in einem Job stecken“, erklärt sie. Den souveränen Umgang mit Headhuntern am Telefon erklärt Doris Brenner auch in ihrem Ratgeber „Duden Praxis kompakt – Telefoninterviews“.

Risiken nicht unterschätzen

Bedenken Sie aber auch Ihre Risiken bei einem möglichen Jobwechsel aus einer gesicherten Position heraus. „Im Gegensatz zum arbeitslosen Jobsuchenden hat jemand in einer festen Anstellung etwas zu verlieren und verbindet gleich viel höhere Ansprüche mit der künftigen Tätigkeit“, meint Doris Brenner. „Prüfen Sie daher genau, ob die Alternative, die Sie womöglich wählen, wirklich besser ist.“ Zudem geraten Sie von einer ungekündigten Position direkt in die Probezeit. „Was viele Arbeitnehmer nicht wissen: Egal wie lange die Probezeit ist, der Kündigungsschutz greift erst nach sechs Monaten“, sagt Doris Brenner. „Ihnen kann also im ersten halben Jahr des neuen Anstellungsverhältnisses auch ohne Nennung von Gründen gekündigt werden.“

Neue Chancen beim alten Arbeitgeber

Wer den Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung verspürt, sollte sich auch mit dem Thema interner Wechsel beschäftigen, vor allem in großen Unternehmen. Häufig ergeben sich dann große Chancen. Doris Brenner erinnert sich an eine Vertriebsassistentin, die auch nach vielen Jahren nie den Sprung zum Account Manager schaffte. Sie hat parallel zum Job ein Studium absolviert und brachte alle Qualifikationen mit, aber ihr Chef hat sie ausgebremst. Eines Tages bewarb sie sich auf eine interne Stelle für ein Sales-Traineeprogramm. Dafür war sie überqualifiziert, aber durch ihre Bewerbung wurde jemand aus einem anderen Betriebsbereich auf sie aufmerksam und bot ihr eine interessante Stelle an. „Bei Unzufriedenheit im Job ist Klagen und Jammern das Schlechteste, was Sie tun können“, sagt Doris Brenner. „Machen Sie sich stattdessen sichtbar im Unternehmen, zeigen Sie, was Sie können und werden Sie aktiv, bei fehlenden internen Alternativen natürlich auch extern.“

Buchtipp: Doris Brenner: „Duden Praxis kompakt – Telefoninterviews“, Bibliographisches Institut, Mannheim; 63 Seiten, € 6,95, ISBN 978-3411750115 Mehr Informationen zum Angebot von Doris Brenner finden Sie auch auf karriereabc.de

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